Samstag, 3. Juli 2010, Athlone, ein kleines Städtchen in Irland, etwa 1,5h Stunden entfernt von der Hauptstadt Dublin. 14:32 Uhr, Annika überquert nach 1:01;40h als erste Athletin des Juniorenrennens die Ziellinie und wird völlig überraschend bei ihrer ersten internationalen Meisterschaft, als jüngerer Jahrgang im Feld der Juniorinnen souverän Europameisterin. Mit über einer Minute Vorpsrung deklassiert sie die versammelte europäische Konkurenz und kann ihr Ergebniss noch Stunden nach dem Rennen schwer realisieren.

Es war ein frischer Tag in Irland, kein Vergleich mit dem Wüstenwetter hier zu Lande, die Temperaturen lagen bei ca. 20°C, dazu wehte ein frischer Wind. Kurz vor dem Startschuss am Shannon River begann es zu regnen, was aber keinerlei Beeinträchtigung für das Renngeschehen darstellten sollte. Mit der Nummer 28 wurde Annika zu ihren startplatzt auf dem Pontoon aufgerufen.
Nach 750m Schwimmen stieg die Niederländerin Neiske Becks als erste aus dem Wasser, erst etwa 30 Sekunden später folgten 5 weitere Athletinnen, darunter Annika’s Teamkollegin Rabea Ludwig. Annika beendete das Schwimmen nach etwas mehr als 10 Minuten, und es bildete sich eine größere Verfolgungsgruppe. Bis Kilometer 15 auf der Radstrecke hatte die Niederländerin nichts von ihrem Vorsprung eingebüßt, im Gegenteil, ihn sogar leicht auf 40 Sekunden ausgebaut, sie fuhr alleine vorne im Wind, zwischen der 5-köpfige Verfolgergruppe und der größeren Gruppe in der neben Annika auch die anderen 3 DTU Athletinnen waren, war es bereits zum Zusammenschluss gekommen.

So war es allein die Niederländerin, die das Rennen auch nach dem Radfahren noch anführte, allerdings war ihr Vorsprung nun auf knapp 20 Sekunden geschmolzen. Annika kam mit der großen Verfolgergruppe zum zweiten Wechsel, und lief wie gewohnt ihr eigenes, für die meisten Athletinnen an diesem Tag mal wieder zu hohes Tempo und löste sich schnell von den anderen Athletinnen.
Die Niederländerin musste inzwischen ihrem Parforceritt auf dem Rad Tribut zollen und stieg noch in der ersten Laufrunde mit Krämpfen aus. Somit war der Weg frei, der Weg zum Europameistertitel, den sich Annika aber laut der Meinung der Trainer auch geholt hätte, hätte die Niederländerin das Rennen nicht aufgegeben.

Völlig überwältig und doch ohne jegliche äußerliche Zeichen der Erschöpfung kam Annika nach 1:01;40h ins Ziel und konnte sich über ihrer ersten internationalen Titel im ersten Rennen freuen. Weiterhin hat sich Annika mit diesem Triumph auch die Teilnahme an den Juniorenweltmeisterschaften im September im Rahmen des Grad Final der WCS Serie in Budapest (Ungarn) gesichert.
Weitere emotionale Bilder und Videos gibts auf Annika Website
Viel Spaß damit und bis bald